
Der Geschmack des Herbstes
Federweißer ist ein Genuss, der zum Herbst gehört.
Jedes Jahr ist er nur für kurze Zeit, im September und Oktober, erhältlich:
Federweißer - ein prickelndes Spätsommer-Getränk!
Kaum ein Getränk hat so viele Namen wie Federweißer, die abhängig von der Region variieren: “Suser“, “Sauser“, “Sturm“, “Rauscher“, “Brauser“, “Bitzler“, “Neuer Wein“,“Krätzer“, “Bremser“ oder auch “Sturm“.
Seinen Namen hat Federweißer erhalten, weil schwebende Hefeteilchen
ihn milchig trüb und weißlich erscheinen lassen. Die milchig-trübe Färbung
entsteht, wenn die Hefe während der Gärung den Zucker des Traubenmostes in Alkohol und Kohlensäure verwandelt. Da sich der Most während der Gärung erwärmt und durcheinander gewirbelt wird, sieht es so ähnlich aus, als ob Tausende weißer Federchen durcheinander gewirbelt würden - daher der Name "Federweißer".
Federweißer ist gegorener Traubenmost, der Kohlensäure enthält und oft süß schmeckt, weil die Gärung des Zuckers im Most noch nicht abgeschlossen ist. Er ist nur wenige Tage haltbar, daher wird der Gärprozess durch kühle Lagerung verlängert. Das Angebot reicht entsprechend den regionalen Unterschieden von Anfang September (Italien) bis Oktober (Franken).
Grundsätzlich werden als Federweißer alle Zwischenstufen vom Traubenmost bis zum fast durchgegorenen Wein bezeichnet. Wegen der bei der Gärung entstehenden Kohlensäure schmeckt Federweißer recht spritzig, anfangs wie eine Art Traubenlimonade oder ein süßer Schaumwein. Das nachfolgende Stadium nennt man Jungwein.
Weil Federweißer weiter gärt und somit ein Übergangsprodukt hin zum Jungwein darstellt, ist er nur kurze Zeit im Jahr, nach der Weinlese und für wenige Wochen erhältlich.
Zu welchem Zeitpunkt man den Federweißen trinkt, ist reine Geschmackssache. Federweißer schmeckt zunächst am Beginn des Gärungsprozesses sehr süß wie prickelnder Traubensaft. Je weiter die Gärung fortschreitet, um so mehr Zucker wird in Alkohol umgewandelt und desto trockener wird er. Gerne wird er daher getrunken, wenn die Gärung etwa zur Hälfte abgelaufen ist, der Federweiße sich also auf halber Strecke zwischen Traubensaft und Wein befindet. Er hat in diesem Stadium etwa 4 - 5 % Vol. Alkohol.
Immer häufiger findet man auch "Roten Rauscher", der aus roten Trauben, wie beispielsweise von der Sorte Portugieser, bereitet wird.
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